Bi+ Glossar

Hier findet ihr die wichtigsten Begriffe der Bi+ Community kurz erklärt – neben zahlreichen Identitäten des Bi+ Regenschirms, stellen wir auch Konzepte wie Bisexual Erasure oder Queeres Impostor-Syndrom vor sowie einen Bi+ Kalender mit den wichtigsten Aktionstagen.

Ein kleiner Hinweis zu den Identitätsbezeichnungen: Nein, du musst nicht „die perfekte“ Schublade für dich finden! Selbst wenn z.B. „fluid“ deine Erfahrungen in der Theorie besser beschreiben sollte als „bi“ oder „pan“, entscheidest immer noch du – und nur du, welcher Begriff zu dir passt.

Labels sind in erster Linie dafür da Menschen zu helfen sich und ihre sexuelle Identität besser zu verstehen. Selbstbezeichnungen sind nicht statisch: Menschen probieren Labels aus, legen sie wieder ab, finden neue usw. – und das ist vollkommen richtig so!

Auch die Definitionen sind nicht statisch, sondern Annäherungen an die Realität. Die Grenzen zwischen den einzelnen Identitäten sind fließend! Oft wird von Bi+ Aktivist*innen erwartet beispielsweise zwischen Bi- und Pansexualität klar abzugrenzen. Wir sind jedoch der Meinung, dass dies nicht immer möglich und eigentlich auch gar nicht nötig ist: Beide Begriffe sind valide, selbst wenn es neben den Unterschieden auch Überlappungen gibt. Das gleiche gilt genauso für all die anderen Identitäten!

Wir verwenden hier die gängigen Definitionen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für weitere queere Begriffe empfehlen wir auch das Glossar von Queer Lexikon.

Zu der Frage, ob der Begriff „Bisexualität“ das Zweigeschlechtersystem unterstütze und nichtbinäre Menschen ausschließe (kurze Antwort: Nein), empfehlen wir diesen Blogpost (ausführliche Antwort): „FAQ: Bi heißt zwei?!“

Du hast Anregung, Lob, Kritik oder eine Idee für einen Eintrag im Glossar? Dann melde dich bei: biberlin@biberlin.de.

 

Bi+ Kalender

  • März: Bisexual Health Awareness Month
  • 17. Mai: IDAHOBITA* – Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Ace-Feindlichkeit
  • 24. Mai: Pan Visibility Day / Tag der pansexuellen und panromantischen Sichtbarkeit
  • Juni: Beginn der LGBTIQA* Pride-Season
  • 16.-23. September: Bisexual Awareness Week / Bi+ Week
  • 23. September: Bi+ Visibility Day / Tag der bisexuellen und biromantischen Sichtbarkeit
  • 8. Dezember: Pansexual Pride-Day

 

Bi+ von A bis Z

 

A

Abrosexualität beschreibt Menschen, deren sexuelle Orientierung fließend ist oder oft wechselt. Beispielsweise können sie ihr Begehren als homosexuell empfinden, ein paar Monate später als hetero, dann als bi usw. Verwandte Begriffe sind fluid, biflexibel und novosexuell.

Allies (deutsch: Verbündete) sind Menschen, die z.B. Bi+ Aktivismus unterstützen und aktiv daran arbeiten Diskriminierung zu beenden ohne selbst bi+ zu sein.

Ambisexualität bezeichnet Personen, die sich zu androgynen Menschen hingezogen fühlen (vgl. androgynosexuell). Der Begriff kommt seltener auch als Synonym für bisexuell vor oder beschreibt zweigeschlechtliche Merkmale in der Flora und Fauna.

Androgynosexuelle Personen fühlen sich zu Menschen verschiedener Geschlechter hingezogen, die androgyn auftreten. Achtung: Nicht zu verwechseln mit Enbysexualität – da geht es um nichtbinäre Geschlechter. Hier geht es um das androgyne Erscheinungsbild. Siehe auch: ambisexuell.

Androphil sind Menschen, die sich unabhängig von ihrem Geschlecht (auch) zu Männern hingezogen fühlen. Vor allem nichtbinäre Menschen nutzen den Begriff, um „heterosexuell“ oder „schwul“ zu vermeiden, weil diese Labels sie gendern. Siehe auch: gynephil.

Anthrosexuell bedeutet sich zu Menschen unabhängig von Geschlecht hingezogen zu fühlen, ähnlich wie: Pansexualität und Omnisexualität.

B

Bi+ oder Bi Plus ist ein Überbegriff für alle nichtmonosexuellen Menschen, Identiäten und Lebensrealitäten. Das Plus ist ein Platzhalter für verschiedene Labels und Selbstbezeichnungen. Selten kommt auch die Schreibweise mit Sternchen vor: Bi*, die synonym verwendet wird.

Die Bi+ Community umfasst alle Personen, die sich zu Menschen mehr als eines Geschlechts hingezogen fühlen oder Allies sind und sich als Teil der Community verstehen. Meist fühlen sich diese Personen auch der LGBTIQA*-Community zugehörig.

Bi-curious (deutsch: bi-neugierig) beschreibt Menschen, die neugierig darauf sind Beziehungen, Zärtlichkeiten und/oder Sex mit mehreren Geschlechtern zu erleben, sich aber oft (noch) nicht als bi+ identifizieren.

Bidyke (oder: Byke) ist eine Wortneuschöpfung aus „Bi“ und „Dyke“ und wird von Bi+ Frauen genutzt, die eine starke Präferenz für Frauen haben. Verwandter Begriff: Lesbiflexibel.

Bifeindlichkeit (oder: Biphobie) heißt die spezifische Diskriminierung, die nichtmonosexuelle Menschen erleben. Siehe dazu: Bi-Misogynie, Bisexual Erasure und Monosexismus.

Biflexibel (oder: biflux) bezeichnet Bi+ Personen mit stark fluktuierenden sexuellen Präferenzen, ähnlich wie fluid.

Bisensualität beschreibt Personen, die sinnliche Intimität (z. B. Küssen oder Kuscheln) mit Menschen mehrerer Geschlechter erleben wollen. Vor allem asexuelle und aromantische Menschen nutzen den Begriff, um auszudrücken, dass sie bisensuell, aber nicht biromantisch oder bisexuell begehren.

Bisexual Chic ist ein Ausdruck, der das erhöhte öffentliche Interesse an Bisexualität beschreibt. Der Begriff wird meist mit der Idee in Verbindung gebracht, Bisexualität sei ein „neuer Trend“, popularisiert durch die Medien. Dieses Verständnis von Bisexualität als Produkt der Popkultur ist ein Beispiel für Bisexual Erasure.

Bisexual Erasure (oder: Bi-Erasure) beschreibt die Unsichtbarmachung und Delegitimierung von Bisexualität, die sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch in der LGBTIQA* Community vorkommt. Sie äußert sich interpersonell (z.B. wenn Personen abgesprochen wird wirklich bisexuell zu sein), strukturell (z.B. wenn Wissenschaftler*innen die Existenz von Nichtmonosexualität anzweifeln), diskursiv (z.B. wenn die Bisexualität historischer Persönlichkeiten verschwiegen oder als homo- bzw. heterosexuell umgedeutet wird) sowie institutionell (z.B. wenn Bi+ Geflüchtete geringere Chancen auf Asyl haben, weil ihre sexuelle Orientierung nicht ernst genommen wird.) Siehe auch: Bifeindlichkeit, Monosexismus.

Bisexual Lighting (deutsch: bisexuelle Beleuchtung) beschreibt die gleichzeitige Verwendung von rosa, lila und blauem Licht, um bi+ Charaktere in Filmen, Serien und Videoclips darzustellen. Die Farben sind der Bi+ Flagge nachempfunden. Das Farbschema ist jedoch nicht immer ein Symbol für Bisexualität und referenziert manchmal eher 80er Ästhetik. Ein prominentes Beispiel für die bewusste Verwendung von Bisexual Lighting ist das Musikvideo „Make Me Feel“ von Janelle Monáe.

Bisexualität beschreibt Menschen, die das Potenzial in sich spüren, sich zu Menschen mehr als eines Geschlechts hingezogen zu fühlen, sei es sexuell und/oder romantisch – nicht unbedingt zum gleichen Zeitpunkt, nicht unbedingt auf die gleiche Art und Weise, nicht unbedingt mit der gleichen Intensität. (Definition nach Robyn Ochs).

Bi+sexualität (ausgesprochen: „Biplussexualität“) ist eine neue und weniger verbreitete Schreibweise, die ähnlich wie Bi Plus ausdrücken soll, dass auch weitere nichtmonosexuelle Identitäten neben Bisexualität gemeint und berücksichtigt werden, selbst wenn sie nicht einzeln aufgezählt werden.

Biromantik beschreibt Personen, die sich romantisch zu Menschen mehr als eines Geschlechts hingezogen fühlen. Vor allem Asexuelle nutzen den Begriff, um auszudrücken, dass sie biromantisch, aber nicht bisexuell begehren. Manchen hilft der Begriff dabei ihr Begehren konkreter zu beschreiben: Sie bezeichnen sich z.B. als „heterosexuell und biromantisch“. Die Aufteilung des Begehrens in sexuelle, romantische oder sensuelle Anteile wird Split-Attraction-Modell genannt.

Bi-Misogynie ist ein Ausdruck, der den spezifischen Sexismus gegen Bi+ Frauen beschreibt, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sexualisiert, objektifiziert und fetischisiert werden und (verglichen mit Lesben und heterosexuellen Frauen) häufiger häusliche und sexualisierte Gewalt erleben.

Bi+ Umbrella (deutsch: Bi+ Regenschirm oder bisexueller Regenschirm) ist ein Sammelbegriff für alle nichtmonosexuellen Identitäten.

C

Cupiogex bezeichnet Menschen, die sich als homosexuell verstehen, jedoch auch an Sex mit Menschen eines anderen Geschlechts interessiert sind, obwohl sie sich sexuell nicht zu ihnen hingezogen fühlen. Motivationen dafür können sein: Lust, Spaß und Neugier (vgl. bi-curious, trysexual) oder auch finanzielle Gründe im Kontext von Sexarbeit. Das Gegenstück ist Cupiohex.

Cupiohex beschreibt Menschen, die sich als heterosexuell verstehen, jedoch auch an Sexualität mit Menschen des gleichen Geschlechts interessiert sind, obwohl sie sich sexuell nicht zu ihnen hingezogen fühlen. Das Gegenstück ist Cupiogex.

D

Disaster Bisexual ist ein humorvoller Begriff für sehr chaotische oder tollpatschige Bi+ Personen, die witzige Klischees über Bisexuelle erfüllen und z.B. nicht ordentlich sitzen können, sich beim Flirten blamieren oder einen sehr schrillen Modegeschmack haben. 😉

E

Enbysexualität (veraltet: Skoliosexualität) bezeichnet das Begehren in Bezug auf nichtbinäre Menschen. Da sich Enbysexuelle meist zu Personen mehr als eines nichtbinären Geschlechts hingezogen fühlen, kann Enbysexualität als nichtmonosexuelle Orientierung gewertet werden.

F

Fluid bedeutet, dass das romantische und/oder sexuelle Begehren einer Person fließend ist. Die Veränderungen können häufig oder über einen längeren Zeitraum auftreten. Vorsicht: Nicht zu verwechseln mit genderfluid – da geht es um das Geschlecht, hier hingegen um die sexuelle Orientierung! Verwandte Begriffe sind abrosexuell, novosexuell und biflexibel.

G

Gynephil sind Menschen, die sich unabhängig von ihrem Geschlecht (auch) zu Frauen hingezogen fühlen. Vor allem nichtbinäre Menschen nutzen den Begriff, um „heterosexuell“ oder „lesbisch“ zu vermeiden, weil diese Labels sie gendern. Verwandter Begriff: androphil.

H

Heteroflexible Personen fühlen sich hauptsächlich zu Menschen eines anderen Geschlechts hingezogen, doch ab und zu, in bestimmten Situationen und Konstellationen, auch zu Menschen des gleichen Geschlechts.

Homoflexible Personen fühlen sich hauptsächlich zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen, doch ab und zu, in bestimmten Situationen und Konstellationen, auch zu Menschen eines anderen Geschlechts. Verwandte Begriffe: lesbiflexibel, Bidyke.

I

Internalisierte Bifeindlichkeit beschreibt das Phänomen, wenn Bi+ Menschen bifeindliche Vorurteile gegen sich selbst richten und z. B. befürchten nicht „queer genug“ oder „schlechte Bisexuelle“ zu sein. Siehe auch: Queeres Impostor-Syndrom, Bifeindlichkeit.

J

K

L

Lesbiflexible Frauen fühlen sich hauptsächlich zu Frauen hingezogen und/oder identifizieren sich mit lesbischen Kämpfen, begehren aber gelegentlich auch andere Geschlechter. Vgl. homoflexibel, Bidyke.

LGBTIQA* (deutsch: LSBTIQA*) ist eine Buchstabenkombination, die für „Lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, queere, asexuelle/aromantische Menschen“ steht und das queere Spektrum abbildet. Das Sternchen drückt aus, dass es darüber hinaus noch viele weitere queere Identiäten gibt.

M

Monosexualität bezeichnet Personen, die sich sexuell nur zu Menschen eines Geschlechts hingezogen fühlen. Homo- und heterosexuelle Menschen sind also monosexuell.

Monosexismus ist der Glaube, dass nichtmonosexuelle Identitäten und Verhaltensweisen der Monosexualität unterlegen sind oder, dass es keine Identität jenseits der Monosexualität gibt. Siehe auch: Bifeindlichkeit, Bisexual Erasure.

MSM steht für „Männer, die Sex mit Männern haben“ und wurde als Überbegriff kreiert, um mit der Aids- und HIV-Präventionsarbeit auch Männer zu erreichen, die sich nicht als schwul identifizieren, aber sexuellen Kontakt mit Männern haben.

MLM steht für „Men Loving Men“ und ist ein Überbegriff für alle Männer, die sich romantisch (und sexuell) zu anderen Männern hingezogen fühlen – unabhängig davon, ob sie sich als schwul, queer, bisexuell, pansexuell usw. identifizieren. Siehe auch: WLW .

Mspec steht für „Multi-Spektrum“ und vereint alle Menschen, die mehr als ein Geschlecht begehren sowie alle nichtmonosexuellen Identitäten. Mspec funktioniert als Überbegriff ähnlich wie Bi Plus oder Nichtmonosexualität und ist vor allem in queeren Online-Communitys geläufig.

Multisexualität kann ein Überbegriff wie Nichtmonosexualität oder Mpsec sein, bezeichnet aber auch manchmal eine eigene Identität: Für manche Menschen bedeutet multisexuell zu sein, verschiedene Geschlechter auf verschiedene Weisen zu begehren oder mehrere sexuelle Orientierungen gleichzeitig zu haben (z.B. eine nichtbinäre Person, die sich sowohl lesbisch als auch schwul fühlt). In anderen Kontexten steht „multisexuell“ für sexuelle Vielfalt oder Offenheit gegenüber queeren Lebensweisen, wenn beispielsweise eine Partyreihe so betitelt wird – vergleichbar mit „multikulturell“ oder „Multikulti“.

N

Nichtmonosexualität (oder: Nicht-Monosexualität) ist ein Überbegriff für alle Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu Menschen mehr als eines Geschlechts hingezogen fühlen. „Nichtmonosexuell“ kann auch eine eigenständige Identität und Selbstbezeichnung sein.

No Label bedeutet „kein Etikett“ und meint Menschen, die für ihre Sexualität keinen Begriff nutzen. Das tun sie entweder aus Überzeugung oder, weil kein Begriff ihr Begehren adäquat beschreibt. Sie sind ein Teil der Bi+ Community – sofern sie dazugehören wollen.

Nonmono (oder: non-mono) ist ein synonymer Ausdruck für „nichtmonosexuell“.

Novosexualität beschreibt Personen, die sich über einen langen Zeitraum hinweg unsicher sind, welche sexuelle Orientierung sie haben. Bei manchen Menschen ändert sich die sexuelle Orientierung oft, weil sich auch ihr Geschlecht verändert (wenn sie z. B. genderfluid sind). Verwandte Begriffe: questioning, fluid.

O

Omnisexualität bezeichnet das Begehren aller Geschlechter. Viele Omnisexuelle sagen, der Unterschied zur Pansexualität bestehe darin, dass omnisexuelles Begehren nicht unabhängig von Geschlecht sei. Die Grenzen zwischen den Identitäten sind jedoch fließend. Siehe auch: Anthrosexualität.

P

Pansexualität beschreibt das Begehren aller Geschlechter oder unabhängig von Geschlecht. Manche Pansexuelle empfinden sich als „gender-blind“. Siehe auch: Omnisexualität, Anthrosexualität.

Pansensualität umfasst Personen, die sinnliche Intimität (z.B. Kuscheln und Küssen) mit Menschen aller Geschlechter erleben wollen. Vor allem asexuelle und aromantische Menschen nutzen den Begriff, um auszudrücken, dass sie pansensuell, aber nicht panromantisch oder pansexuell begehren.

Panromantik bezeichnet Personen, die sich romantisch zu Menschen aller Geschlechter oder unabhängig von Geschlecht hingezogen fühlen. Vor allem Asexuelle nutzen den Begriff, um auszudrucken, dass sie panromantisch, aber nicht pansexuell begehren. Manchen hilft der Begriff dabei ihr Begehren konkreter zu beschreiben: Sie bezeichnen sich z.B. als „homosexuell und panromantisch“. Siehe auch: Split-Attraction-Modell.

Polysexualität bedeutet, dass sich eine Person zu Menschen mehrerer, aber nicht aller Geschlechter hingezogen fühlt – im Gegensatz zu Pan-, Omni-, und Anthrosexuellen, die alle Geschlechter begehren. Achtung: Nicht zu verwechseln mit Polyamorie! Die Kurzform von polysexuell“ ist ply“, in Abgrenzung zu „polyam“, was für Polyamorie steht und „poly“, was polynesische Menschen als Selbstbezeichnung nutzen.

Pomosexualität (pomo steht für „postmodern“) geht auf das Buch „PoMoSexuals“ aus dem Jahr 1997 zurück und beschreibt Menschen, deren Begehren nicht durch gängige Kategorien ausgedrückt werden kann. Pomosexualität ist nicht perse eine nichtmonosexuelle Identität, in dem Sammelband (das u.a. die Bi+ Aktivistin Carol Queen herausgebracht hat) werden jedoch auch bi+ Lebensweisen diskutiert.

Q

Queer: Mit der Frage, was queer bedeutet, lassen sich ganze Bibliotheken füllen. Während der Begriff lange ein schwulenfeindliches Schimpfwort war, wird er heute als Selbstbezeichnung von Menschen verwendet, deren sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht den normativen Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft entspricht. Queer wird oft als Synonym für LGBTIQA* genutzt, ist aber darüber hinaus auch eine politische Haltung und ein Wissenschaftszweig, der Unterdrückung basierend auf Sexualität erforscht. Einige Menschen lehnen die Kategorisierung von sexueller Identität generell ab (vgl. No Label) und nutzen deshalb lieber „queer“ als Selbstbezeichnung, da die „Queer Theory“ dazu anregt starre Kategorien aufzubrechen.

Queeres Impostor-Syndrom (oder: queeres Hochstapler*innen-Syndrom) bezeichnet die Angst nicht „queer genug“ zu sein oder nicht Teil der LGBTIQA* Community sein zu dürfen. Menschen mit queerem Impostor-Syndrom fühlen sich wie „Hochstapler*innen“ in queeren Kreisen und verurteilen oder schämen sich dafür. Das Phänomen tritt bei Bi+ Personen häufig zusammen mit internalisierter Bifeindlichkeit auf.

Questioning sind Menschen, die (noch) kein Label gefunden haben, um ihre sexuelle Orientierung zu beschreiben. Sie vermuten vielleicht, dass sie nicht heterosexuell sind, befinden sich aber noch am Anfang ihrer Selbstfindungsreise. Siehe auch: Novosexualität.

R

S

Sapphisch (abgeleitet von der griechischen Dichterin Sappho) sind alle Frauen, die sich zu anderen Frauen hingezogen fühlen, unabhängig davon, ob sie sich als lesbisch, queer, bisexuell, pansexuell usw. identifizieren. Siehe auch: WLW.

Split-Attraction-Modell (manchmal als SAM abgekürzt) wurde kreiert, um Menschen zu helfen ihr Begehren besser zu verstehen. Die einzelnen Anteile werden in romantisches und sexuelles, manchmal auch in sensuelles sowie ästhetisches Begehren aufgeteilt. Das Modell ist vor allem für asexuelle und aromantische Menschen hilfreich, da sich ihre Anziehung, die beispielsweise ausschließlich romantischer Natur ist, mit gängigen Begriffen nicht ausdrücken lässt. Siehe dazu: Biromantik, Bisensualität, Panromantik, Pansensualität.

T

Trysexual beschreibt sexuell sehr aufgeschlossene Menschen, die offen für neue Erfahrungen sind und sich schon allein deshalb bei der Wahl ihrer Sexualpartner*innen nicht auf ein Geschlecht beschränken lassen. Vorsicht: Der Begriff wird oft abwertend verwendet! Einige Menschen tragen ihn jedoch mit Stolz und einer Prise Selbstironie. 😉  Siehe auch: Cupiogex, Cupiohex. bi-curious.

U

V

W

WLW steht für „Women Loving Women“ und ist ein Überbegriff für alle Frauen, die sich romantisch (und sexuell) zu anderen Frauen hingezogen fühlen – unabhängig davon, ob sie sich als lesbisch, queer, bisexuell, pansexuell usw. identifizieren. Verwandte Begriffe: Sapphisch, MLM.

X

Y

Z